Kommunikation für Ärzte

Ärzte befinden sich medizinisch auf einem hohen Ausbildungsstand. Nicht nur das medizinische, therapeutische oder chirugische Einwirken bestimmt ihre Arbeit. Das Vertrauen des Patienten zum behandelnden Arzt ist ein wichtiger Bestandteil des medizinischen Erfolgs. Es baut sich durch eine gelungene Kommunikation auf. Eine starke kommunikative Beziehung zum Patienten gibt dem Arzt die Möglichkeit wertvolle diagnostische Informationen zu erhalten und auf den möglicherweise negativen emotionalen Zustand des Patienten positiv einzuwirken. Mit dem Pflegepersonal muss der Arzt im Krankenhaus Hand in Hand in einem Team zusammenarbeiten. Wie in jeder Arbeitsgruppe entscheidet die gute Kommunikation über beidseitige, zufriedenstellende Arbeitsergebnisse und gemeinsame Arbeitsziele.

Eine wichtige Voraussetzung für ein gelungenes Kommunikationstraining ist die Akzeptanz der Teilnehmer dem Thema und dem Referenten gegenüber. Die Teilnehmer wollen keine Belehrungen oder tiefes theoretisches Wissen über Kommunikationsabläufe. Kommunikation ist das Werkzeug, die eigene Absicht in entsprechende Wirkung umzusetzen. Die Seminare vermitteln einfache Ursache-Wirkungs-Prinzipien. So wie ein Billiardspieler die Regeln des Stoßes kennen und beherrschen muss, um die Kugeln in gewünschte Positionen zu bringen, werden die Teilnehmer trainiert, für den Berufsalltag typische Ziele kommunikationstechnisch zu erreichen. Bei allen Teilnehmern wird vorausgesetzt, dass sie dies bereits in hohem Maße praktizieren und beherrschen. In Einzelfällen und Stressituationen gelingt das jedoch nicht immer. Eine misslungene Kommunikation belastet alle Beteiligten schwerer als 99 zufriedenstellende Vorgänge.

BillardKommunikation ist das Werkzeug, Absichten in Wirkung umzusetzen. Kennt man die Wirkungsmechanismen, hat man wie ein Billiardspieler beim Stoß die größeren Chancen, die beabsichtigte Wirkung auch zu erzielen.

BeziehungEine positive Beziehung zum Patienten ist die Voraussetzung für Patientenvertrauen. Das Vertrauen des Patienten in seinen Arzt kann ein wichtiger Bestandteil des Heilerfolges sein.

Die Sprach- und Blickführung sowie Gestik und Körperhaltung können wesentliche Impulse setzen diese wichtige Beziehung zu erzeugen.

ReferenzebenenWir leben zwar in einer „realen Welt“, wir orientieren uns aber ausschließlich an einer oder mehreren inneren „Landkarten“. Wir benutzen dabei drei universelle Verfahren um solche „Landkarten“ zu erstellen: Generalisierung, Tilgung und Verzerrung. Die Landkarte selbst ist nie das Gebiet, sie repräsentiert es nur.

Eine sehr gute Beziehung zwischen Empfänger und Sender entsteht immer dann, wenn beide Referenzenbenen weitgehend angepasst sind. Das bedingt:

1. Der Sender muss sich der Unterschiede der Referenzebenen bewusst sein.

2. Der Sender muss seine eigenen Referenzebenen sehr gut kennen und ständig erweitern.

3. Der Sender muss die Referenzebenen des Empfängers erkennen können.

Wege aus dem Konflikt

In einer Konfliktsituation gibt es nur vier Möglichkeiten zu handeln:

Change

Love

Leave

or make War

Für Ärzte ist der Berufsalltag alles andere als konfliktfrei. Um die Eskalation von Konfliktsituationen zu vermeiden, braucht es eintrainierte Strategien.

Patientengespräch

In dem Moment, in dem Sie als Arzt Ihrem Patienten begegnen, beginnt die Kommunikation. Sie haben keine Entscheidungsgewalt darüber, ob Sie kommunizieren wollen oder nicht. Sie können nur entscheiden, welche Absichten Sie haben. Und Sie können gezielt die geeigneten Kommunikationstechniken einsetzen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Das Genfer Gelöbnis aus dem Jahre 1948, als moderne Fassung des Hippokratischen Eids verpflichtet Sie mit den Punkten 2 und 3 feste und grundlegende Absichten bei jedem Patientengespräch zu haben:

„[2] Ich will meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

[3] Die Gesundheit meines Kranken soll meine oberste Erwägung sein.“

Daraus leiten sich zwei Grundabsichten ab, die Basis für jedes Patientengespräch sind:

1. Der Patient liefert Ihnen durch seine Aussagen wichtige und möglichst vollständige Informationen über sein Befinden, die wertvolle Details für Ihre diagnostische Arbeit sind.

2. Sie als Arzt sollten die Absicht haben, das Patientengespräch dazu zu benutzen, den emtionalen Zustand des Patienten so weit wie möglich positiv zu beeinflussen.